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Ratgeber · 23. Sept. 2026

Teilladung oder Komplettladung? Die Entscheidung in fünf Fragen

Wann sich eine Teilladung (LTL) lohnt und ab wann die Komplettladung (FTL) günstiger und schneller ist — Lademeter, Stapelbarkeit, Termine und die Rechnung dahinter.

„Nehmen wir Teil- oder Komplettladung?” ist die erste Frage jeder Anfrage — und die, bei der am meisten Geld liegen bleibt. Die Antwort hängt nicht nur an der Palettenzahl. Fünf Fragen genügen, um sie in zwei Minuten zu beantworten.

1. Wie viele Lademeter braucht Ihre Ware — nicht wie viele Paletten?

Im Fernverkehr wird nicht nach Paletten, sondern nach Lademetern (ldm) kalkuliert: ein Lademeter ist ein Meter Ladefläche über die volle Breite des Aufliegers (2,40 m). Ein 13,6-m-Planenauflieger hat 13,6 ldm, das entspricht 33 Europaletten (120 × 80 cm) am Boden.

  • Eine Europalette quer gestellt = 0,4 ldm
  • Eine Industriepalette (120 × 100 cm) = 0,5 ldm
  • Nicht stapelbar = die Palette belegt ihren Platz allein; stapelbar = zwei Lagen auf demselben Platz

Fünf nicht stapelbare Europaletten sind also 2 ldm — und werden auch so berechnet, selbst wenn sie nur 800 kg wiegen. Das ist der häufigste Grund für „warum ist das so teuer?”.

2. Wiegt die Ware mehr, als der Platz vermuten lässt?

Bei Sammelgut gilt die Regel „Volumen oder Gewicht — das Größere zählt”. Üblich sind im Straßengüterverkehr etwa 1.850 kg pro Lademeter. Eine Palette mit 1.800 kg auf 0,4 ldm wird deshalb nicht als 0,4 ldm, sondern nach Gewicht gerechnet. Schwere, kleine Ladungen (Metall, Fliesen, Flüssigkeiten) sind damit oft näher an der Komplettladung, als die Palettenzahl aussagt.

3. Wie fest ist Ihr Termin?

Eine Teilladung fährt im Sammelverkehr: sie wird konsolidiert, teilt sich den Auflieger mit anderen Sendungen, hat unterwegs Umschlagpunkte. Das kostet Zeit und gibt eine Zeitspanne, kein Zeitfenster auf die Stunde.

Eine Komplettladung fährt direkt von der Rampe zur Rampe — planbar, ohne Umschlag, mit fixem Liefertag. Wenn ein Werk, ein Slot oder ein Messetermin dranhängt, ist FTL oft nicht teurer, sondern nur das Einzige, was hält.

4. Verträgt Ihre Ware Umschlag?

Jeder Umschlag ist ein Handling-Risiko. Empfindliche, hohe, instabile oder wertvolle Ladung, Ware ohne feste Kanten, Maschinen und Geräte in Holzkisten: hier ist die Komplettladung nicht nur bequem, sondern auch die kleinere Schadenwahrscheinlichkeit — bei Sammelgut wird die Palette drei- bis viermal bewegt.

5. Wo liegt Ihr Kipppunkt?

Als Faustregel für Strecken zwischen Deutschland und Mittel-/Osteuropa:

UmfangIn der Regel
1–6 PalettenTeilladung
7–12 PalettenRechnen — beide Varianten anbieten lassen
ab ~13 Paletten oder > 6 ldmmeist Komplettladung, oft bei kürzerer Laufzeit
nicht stapelbar, > 2,20 m hochfrüher Richtung Komplettladung

Der Kipppunkt verschiebt sich mit der Strecke und der Saison: auf stark nachgefragten Relationen ist Sammelgut länger günstig, in Spitzenwochen (Quartalsende, vor Feiertagen, Erntezeit) kippt es früher.

Was Sie für ein belastbares Angebot brauchen

Ein Angebot ist nur so gut wie die Angaben, auf denen es beruht. Schicken Sie:

  • Lade- und Entladeort mit Postleitzahl (nicht nur das Land)
  • Anzahl, Maße und Höhe der Paletten oder Packstücke
  • Bruttogewicht
  • stapelbar ja/nein
  • Warenart — ADR? Temperatur? Wert?
  • Wunschtermin für Beladung und Entladung, Zeitfenster am Empfänger

Damit können wir Teil- und Komplettladung nebeneinander anbieten, statt zu raten — und Sie sehen den Preisunterschied schwarz auf weiß, bevor Sie sich entscheiden.

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